Wie kam IPRF nach Deutschland
Es begann Anfang 2021, als Ingo Foster und Erwin Hendel in Kontakt mit Rob Ramsden kamen. Rob Ramsden war zu der Zeit der IPRF-Vizepräsident.
Nach einigen Emails und schriftlichen Kontakten mit Rob, kam es im Februar 2021 zum ersten direkten Kontakt, über eine gemeinsame Videoschaltung zwischen Ingo Foster, Rob Ramsden und Erwin Hendel. Das Gespräch drehte sich in der Hauptsache um das Verständnis für diesen uns neuen Sport. Zudem wurde erörtert, ob und wie diese Sportvariante auch in Deutschland bekannt gemacht werden konnte. Danach gab es noch viele, ausführliche Videoschaltungen und Meetings, bei denen die Themen und einzelnen Aspekte des Sports und der weiteren Schritte zur Etablierung desselbigen, erörtert wurden. Nicht zu vergessen, wir befanden uns damals mitten in der Corona Lockdown Zeit.
Den Akteuren war es sehr schnell klar, dass diese Sache den Eingang in unser sportliches Portfolio in Deutschland, finden sollte. Im Mai 2021 stellte uns Rob Ramsden dann die Unterlagen (also IPRF-Regeln, insgesamt 6 Dokumente) als PDF und Wordvariante zur Verfügung. Es folgten noch einige Telefonate und E-Mail-Verkehr und dann war der Zeitpunkt gekommen, den nächsten Schritt zu machen.
Es war evident, dass der Verband, der für die neue Sportart in Frage kam, von seiner schießsportlichen Ausrichtung her auch passen musste. Das war z.B. beim DSB nicht gegeben, da dieser Verband die olympischen und eher traditionellen, statischen Disziplinen beherbergt (incl. Biathlon). Der BDMP und der BLDS schieden aus, weil sie zu klein waren und wir zu dem Schluss kamen, dass IPRF da nicht die Entwicklungsmöglichkeiten hätte, die wir uns vorstellten. Letztendlich, blieb der BDS übrig. Der BDS ist eben der große Deutsche Verband, der unter anderem IPSC und andere dynamische Disziplinen, sowie das Long-Range-Schießen beherbergt und somit für IPRF eine gute Basis bietet.
Wir waren uns dann einig, an den BDS heranzutreten und den Vorschlag zur Aufnahme von IPRF vorzubringen. Man trat an Fritz Geppert heran, dem BDS-Präsidenten und erörterte die Idee und den Ansatz. Fritz Geppert war begeistert und der nationale Ableger des IPRF-Sports in Deutschland (die DEPRA) war geboren.
Die Gründung der DEPRA
Der Begriff DEPRA setzt sich aus zwei Abkürzungen zusammen. Das ‚DE‘ für die Länderbezeichnung Deutschland und dem Begriff ‚PRA‘ als Abkürzung für Precision Rifle Association. Ähnlich funktioniert es beispielsweise bei der Französischen Organisation (FRPRA), der Tschechischen Organisation (CZPRA) und weiteren Organisationen.
Was ist das, die DEPRA und wo ist es organisatorisch eingegliedert?
Die DEPRA, als nationaler Ableger der IPRF, der weltweiten Dachorganisation für dynamisches Long-Range Schießen, ist organisatorisch und rechtlich in den BDS eingegliedert und übernimmt damit alle mit dieser neuen Sportart verbundenen Aufgaben, wie der Repräsentanz, der Wettkampforganisation, der qualitativen Zulassung für Level 4 und Level 5 Wettkämpfe und weiterer organisatorischen Themen. Ähnlich verhält es sich mit den anderen nationalen Ablegern der IPRF (CZPRA, FRAPRA, AUTPRA, und der weiteren mehr als 25 nationalen Organisationen), in den jeweiligen Länderorganisationen.
Die DEPRA und das IPRF Regelwerk
Durch die Waffengesetzesänderung im Jahr 2003 (Paragraph §15a WaffG Sportordnungsgenehmigung durch das BVA) ist vorgeschrieben, dass eine schießsportliche Disziplin durch eine sogenannte Sportordnung beschrieben und definiert sein muss.
Durch diese gesetzliche Bestimmung war der nächste Schritt vorgegeben, eben diese Sportordnung für das Deutsche IPRF-Schießen zu erstellen, zu verifizieren und dann durch das BVA genehmigen zu lassen. Ohne eine Sportordnung kann eben auf nationalem Territorium eine schießsportliche Disziplin nicht ausgeübt werden. Ausgenommen davon sind sportliche Veranstaltungen im Ausland. Da gelten dann die dort definierten gesetzlichen Regelungen.
Die internationale IPRF-Organisation hatte zu dem Zeitpunkt bereits zwei Dokumente auf ihrer Seite veröffentlicht, die wir nach Absprache mit Rob Ramsden herunterladen und zur weiteren Anpassung auch benutzen durften. Diese beiden Sportordnungen (‚IPRF General Rules‘ und ‚IPRF Precision Rifle Rules‘) waren, wenig verwunderlich, in Englischer Sprache verfasst. Der erste Schritt zur nationalen Anpassung bestand dann darin, die Werke ins Deutsche zu übersetzen, bei Beibehaltung der ursprünglichen Kapitelstruktur. Zusätzlich musste noch ein weiteres Dokument komplett überführt werden, dass die Qualifikationsregeln und Methodik für Level IV und Level V Wettkämpfe (also Kontinentalmeisterschaften und Weltmeisterschaften) zum Inhalt hatte.
Die durch die IPRF zur Verfügung gestellten internationalen Regelwerke (IPRF General Rules und IPRF Precision Rifle Rules) wurden von Dr. Michael Reiter, Vizepräsident und Long Range Beauftragter des Bund Deutscher Schützen 1975 e.V. mit seinem Wissen und seiner Erfahrung in die jeweiligen deutschen Versionen mit den notwendigen waffenrechtlichen und sprachlichen Anpassungen und Ergänzungen überführt. und dem BVG (Bundesverwaltungsamt) in einer genehmigungsfähigen Form vorgelegt.
Also, aus den ‚IPRF General Rules‘ entstand das Dokument ‚DEPRA-General-Rules‘, das Dokument ‚IPRF Precision Rifle Rules‘ mündete in dem Werk ‚DEPRA-Precision-Rifle-Rules‘ und aus dem Dokument ‚IPRF Qualification‘ entstanden die ‚DEPRA Qualifikation‘. Das Dokument ‚DEPRA Qualifikation‘ wurde dann als erstes Werk rechtzeitig für die Qualifikation für die WM 2024 in den USA genehmigt und bereitgestellt.
Insgesamt hatte es doch länger als gedacht gedauert, diese neue Sportordnung zu erstellen, zu prüfen und freigeben zu lassen. Aber nun ist sie da, nutzt sie!